




Aix-les-Bains
| Name, Vorname |
Swim |
Bike |
Run |
Gesamt |
AK |
| Wiesenberger, Matthias |
00:27:59 |
01:15:27 |
00:42:03 |
02:25:29 |
140. |
| Kickel, Hilmar |
00:28:37 |
01:10:43 |
00:47:10 |
02:26:30 |
71. |
| Schmied, Juergen |
00:27:56 |
01:15:30 |
aufgegeben |
|
|
| Schwarzmann, Elke |
00:35:45 |
01:20:07 |
00:45:49 |
02:41:41 |
7. |
Falls Euch mein Bericht zu trocken ist, dann scrollt nach unten zum Bericht der Jungs!!! Es lohnt sich!!! Elke
Nach fast 11 stündiger Fahrt (ein paar mal haben wir uns ein klein wenig verfahren) sind wir am Freitag, 11.9. endlich in der Jugendherberge in Annecy angekommen, d.h. um 19 Uhr und um 19h15 pünktlich gab es dann Abendessen. Die drei Herren hatten ein Vierbettzimmer für sich alleine und ich hatte ebenfalls ein Vierbettzimmer für mich alleine. Die Jugendherberge liegt ja sehr ruhig im Grünen, am Berg des Semnoz, von dem aus ein 17 km langer Pass hochführt. Wir sind dann auch recht schnell in unsere Betten gefallen.
Am Samstag begannen wir den Tag mit einem kleinen Läufchen zum See und liefen im Park am See. Beim Frühstück wunderte sich Hilmar, wo die Teller sind, aber so etwas gibt es in Frankreich nicht. Schmecken tut`s trotzdem und am lustigsten ist die Brotschneidemaschine, die Baguettes in Einzelstücke häkselt. Leider war es auch etwas bewölkt an diesem Samstag und so sahen wir bei der einstündigen Bootsfahrt auf dem See von Annecy (für uns im Rahmen der Städtepartnerschaft umsonst) die umliegenden Berge nicht so gut, aber man bekam schon einen guten Überblick und die vielen Villen mit eigenem Bootshaus am Seeufer sind durchaus beeindruckend. Wir liessen uns danach in einem Restaurant in der Altstadt nieder, direkt am Kanal, denn Annecy wird auch das Venedig der Alpen genannt. Wir haben dann lokale Spezialitäten (Crêpes) gegessen bevor wir um 14 Uhr unsere eigene Stadtführung mit einer deutschsprachigen Führerin machten (auch wieder umsonst im Rahmen der Städteparnterstadt). Sie zeigte uns zuerst eine Häuserschlucht - grau und heruntergekommen -, so wie Annecy früher aussah. Inzwischern wurde die Altstadt ja renoviert und die meisten Häuser bekamen einen pastellfarbenen Anstrich. Zuerst sind wir zum Schloss hochgegangen und dort zum ältesten Turm des Gebäudes, dem Tour de la Reine hinaufgestiegen. Im Anschluss gingen wir noch zur Aussichtsterrasse des Schlosses, von der wir einen herrlichen Blick auf den See und die umliegenden Berge und die Dächer der 53 000 Einwohner großen Stadt hatten. Im Anschluss haben wir den ”Palais de l’Ile” besucht, eine Insel in Form eines Schiffes, und auf der ein Gefängnis und Justizpalast errichtet wurden. Alles war einmal in einem so dermaßen desolaten Zustand, dass es aberissen werden sollte. An dieser Stelle sollten dann öffentliche Duschen errichtet werden. (in der Altstadt von Annecy wohnten früher arme Leute, die in Spinnereien arbeiteten und in Häusern ohne santiären Anlagen lebten. Die einfachen Häuser, oft mit viel Holz und Stroh gebaut, sind auch öfters abgebrannt. Teilweise lebten die Menschen auch im Schloss, auch dort waren die Bedingungen mehr recht als schlecht, sicherlich kein wahres Schlossleben). Der Plan des Bäderbaus wurde aber doch nicht verwirklicht, sondern die historischen Gebäude wurden renoviert. Auch die Promenade am Fluss Thiou, der aus dem Annecy-See herausfliesst und irgendwann auch in die Rhône mündet, gab es früher nicht und damals war der Thiou auch nicht so glasklar, sondern eine wahre Kloake. Durch Schleusen im Thiou können heutzutage die verheerenden Überflutungen, wie sie es früher gab, verhindert werden.
Nach unserer Stadtführung sind war dann ins 30 km entfernte Aix-les-Bains gefahren und haben dort unsere Startunterlagen für den Triathlon abgeholt. Auch die bereits markierte Radstrecke sind wir abgefahren, mit dem Bus! Nach einem flachen Stück am See entlang ging es dann schon etwas mehr zur Sache, aber die Strecke ist trotz allem noch sehr human gewesen, denn hier im Gebirge hätte man sich sicherlich noch fieseres einfallen lassen können. Danach mussten wir uns wieder beeilen, um püntklich um 19h15 in der Jugendherberge zum Abendessen zu sein. Das war der einzige Nachteil an der Jugendherberge. Das Essen gab es nicht von bis einer bestimmten Uhrzeit, sondern nur genau um 19h15 und wir mussten abends immer zurückhetzen, um noch etwas zwischen die Zähne zu bekommen.
Am nächsten Morgen konnten wir dann ausschlafen, denn der Triathlon ging erst um 13 Uhr los, so dass wir gemütlich um 10h30 losfahren konnten. Es war dann wettermäßig noch nicht so richtig schön, aber als wir in Aix waren, da strahlte die Sonne. Unsere wichtigste Frage war: mit oder ohne Neo. Das Wasser des Lac de Bourget war grenzwertig, hatte dann aber glücklicherweise doch nur 21,8°C, so dass wir unsere Neos anziehen konnten. Das Schwimmen im blauen See war anfangs doch ein kleine Schlägerei, denn alle 500 Teilnehmer starteten gleichzeitig. Die Radstrecke gefiel mir richtig gut und machte Spaß. Helfer und Zuschauer waren alle recht begeistert. Ich bilde mir ein, dass Sport hier doch einen höheren Stellenwert hat wie in Deutschland. Sport machen wird hier noch als gesund angesehen und auch im Gegensatz zu Deutschland gefördert. Auf der Laufstrecke war es dann richtig warm, angenehm schattig war nur die Allee direkt am See. Leider hat sich Jürgen beim Laufen an Matthias drangeängt und ist dann nach der ersten Laufrunde explodiert. Wir drei anderen kamen aber gut ins Ziel an. Die Jungs sind dann nochmal in den See gegangen, während ich die Duschen auf dem Campingplatz vorgezogen habe. In Zentrum der Kurstadt Aix-les-Bains haben wir dann noch mit unseren diversen Fanclubs (zwei Freundinnen von Jürgen und Matthias und Freunde von mir) in einem Café Energie getankt, bevor wir dann wieder heimrasen mussten, um pünktlich um 19h15 zum Abendessen in der Jugendherberge zu sein (wir fuhren das letzte Stück auf der mautpflichtigen Autobahn, weil wir es sonst nicht geschafft hätten)….
Anstatt unsere Wunden vom Wettkampf zu lecken, entschieden wir uns, nochmal durchzustarten und nahmen den Col de Forclaz (1150 m) in Angriff. Zuerst ging es auf einem schönen Radweg (ohne Fußgänger und Hundegassiführer, die ganz erstaunt schauen, wenn ein Radfahrer kommt, wie in Kulmbach…) flach zum Ende des Sees und dann ging es aber doch recht zur Sache. 8 km bis zum Gipfel und doch recht steil und wolkenverhangen, allerdings hatten wir dann von oben doch einen ganz tollen Ausblick auf den ganzen See und die umliegenden Berge. Wir sind dann wieder nach Annecy zurückgefahren und außer Hilmer, der noch ein paar weiter Pässe fahren wollten, liessen wir es uns gut gehen und haben noch ein wenig Sightseeing gemacht.
BERICHT VON DEN DREI EIERLÄUFERN
Nachdem Elkes Reisebericht den Verlauf des Aufenthaltes “en France” schon sehr facettenreich wiedergibt wollen wir uns hier auf die sportlichen Höhe - und Tiefpunkte beschränken. Zunächst zum eigentlichen Kerngeschäft der Reise, dem Triathlon:
Der Schwimmstart erfolgte am Strand. Unsere Taktik war es das Feld von hinten aufzurollen, und so starteten wir aus einer übersichtlichen Endposition. Dieser ausgeklügelte Plan scheiterte allerdings nicht nur an palisadenartigen Schwimmverbänden an welchen kein Vorbeikommen war, sondern auch am unruhigen Wasser, das seinen Teil dazu beitrug eine neue Bestzeit zu verhindern. Matthias schaffte es als erster die 1,5km lange Schwimmstrecke zu absolvieren, dicht gefolgt von Jürgen und Hilmar. Durch eine bemerkenswerte Leistung in der vierten Disziplin, dem Umziehen, konnte Jürgen gemeinsam mit Matthias auf die Radstrecke gehen. Unser dritter Mann, Hilmar schaffte es zunächst nicht Anschluss zu halten, zog jedoch raketengleich in Triathlonlenker-Haltung an Jürgen und Matthias vorbei, welche lieber die herrliche Strandpromenade in Oberlenker-Position genossen. Nach anfänglich flachem Streckenverlauf ging es schon bald ordentlich in die Vertikale. Hier glaubten die beiden Nachwuchsathleten den erfahrenen Triathlonveteranen noch einholen zu können, mussten allerdings recht bald feststellen dass im Fahrradfahren kein Rankommen an Hilmar ist.
Beim Wechsel zum Laufen herrschte schließlich strahlender Sonnenschein, beste Vorraussetzungen also für die Aufholjagd auf Hilmar. Der bekannt starke Läufer Matthias, zunächst noch pessimistisch, nahm sogleich Witterung auf und kämpfte sich Minute um Minute an das führende Teammitglied ran. Jürgen versuchte seinen Rythmus daran anzugleichen, musste allerdings nach 5km Laufen mit kapitalem Motorschaden aufgeben. Nach einer spannenden Hetzjagd überholte Matthias Hilmar bei etwa Kilometer 7 und lief bis zum Ziel einen Vorsprung von einer Minute heraus.
Nachdem die anfängliche Überaschung überwunden war, dass Jürgen schon breit grinsend im Ziel stand, konnten wir uns an einem etwas überlaufenen Verpflegungsstand (nach dem Motto: groß war er nicht aber überfüllt) erfrischen, wobei dort urzeitliche Instinkte aus der Zeit der Jäger und Sammler zu neuem Leben erweckt wurden. Der ein oder andere hatte keine Lust den Kampf um Getränke und Obst mitzumachen, setzte sich mit etwas starren Blick an den Absperrzaun und wartete bis ihm Sanitäter Cola und Banannen brachten. (Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen. Derjenige war kein Teammitglied von uns). Andere wiederum, sprich wir, nahmen lieber die Glückwünsche der angereisten Groupies entgegen um gleichzeitig ein Treffen am Nachmittag in der Stadt auszumachen. Vermutlich wollten unsere Männer zuächst den Unterschied zwischen Steinzeit und französischer Hochkultur verringern, da sie einem Bad im kristallklaren See nicht widerstehen konnten. Um dem Kulturschock nicht allzu brutal ausgesetzt zu sein, wurde das säubernde Bad von einem kühlen Bier begleitet. Elke bevorzugte allerdings die angebotene Dusche.
Der Tag konnte so bei einem gemütlichen petit café und crêpes chocolat mit Freunden einen würdigen Ausklang finden.
Etwa ab 9:00 Freitag Morgen (wir fuhren um 8:00 Uhr los) konnten Jürgen und Matthias eine inflationäre Verwendung der Wörter Pass, Col und Tour seitens Hilmar feststellen. Der Grund dafür war ein von ihm geplanter Burnout, der unter dem Decknamen einer gemütlichen Fahrradtour am Montag stattfinden sollte. So wurde einstimmig (wobei einstimmig heißt mit einer Stimme (Hilmars Stimme) ) beschlossen am Tag nach dem Triathlon die letzten Reserven zu mobilisieren und alte Wunden aufzureisen.
Der Name des Folterinstruments hieß Col de la Forclaz. Schon von Einheimischen Fahrradfahrern welche ehrführchtig einen weiten Bogen um das Massif machten wurden wir gewarnt mit den Worten: “Ca monte bien!”.
Nach anfänglichem Warm Up zum Fuße des Passes (wie schon gesagt, dieses Wort fiel des öfteren während unseres Aufenthalts) wurden alle hitzestauenden Utensilien (Helm und Jacken) abgeworfen, der Lance Armstrong Gang eingelegt, noch mal ein ordentlicher Schluck aus der Pulle genommen um schließlich die zweistellige Steigung hinaufzufliegen. Der ein oder andere startete gar allzu früh einen nervösen Ausreisversuch, welcher jedoch eher einem Strohfeuer als einem Feuerwerk glich. So pedalierten wir unter ständigem Führungswechsel dem wolkenverhangenem Gipfel entgegen, wobei sich jedoch schon bald das Peloton in drei Gruppen aufspaltete. Ohne den Geschlechterkampf voranzutreiben muss man leider sagen dass dabei die beiden ersten Gruppen männlich waren. Und ohne den Generationenkonflikt voranzutreiben muss man allerdings auch sagen dass sich nicht immer die Erfahrung durchsetzt. So sah es lange Zeit danach aus als ob Jürgen und Matthias einem ungefärdetem Sieg in der Bergwertung entgegenfahren. Womit diese allerdings nicht rechneten war ein plötzlich auftretendes Stück Abfahrt welches Hilmar gnadenlos ausnutze um mit knapp Unterschallgeschwindigkeit die Jungspunde in die Schranken zu weisen. Diese liesen diese Blamage nicht lange ungestraft und konterten prompt auf dem letzten Anstieg, gingen wieder in Führung, und fuhren gladiatorengleich den Sieg nach Hause. Bei der anschließenden verdienten Mahlzeit welche aus einer Suppe bestand, mit wir wollen gar nicht wissen was alles drin war, wurde wir sofort wieder um unsere Preisgelder gebracht und mussten 8 Euro pro Teller Suppe blechen.
Bei der abschließenden langen und schnellen Abfahrt freuten wir uns auf einen entspannten Nachmittag, welcher alle Erwartungen erfüllte.
Fazit der Eierläufer: Um hier keine Zweifel aufkommen zu lassen, welche durch unsere Form der Berichterstattung enstehen könnten. Der Triathlon in Frankreich, Frankreich an sich, im speziellen Annecy (die Partnerstadt von Bayreuth) ist wirklich sehr zu empfehlen. Wir hatten jede Menge Spaß, der Triathlon ist landschaftlich einfach traumhaft und Annecy sowie Aix-les-Bains sind Städte mit sehr viel französischem Charme. Wer also Lust hat auf einen eindrucksvollen Kurztripp sollte sich in Zukunft diese Reise nicht entgehen lassen.