Besuch in Annecy mit Triathlon in Aix-les-Bain vom 9.9. bis 13.9.2011

Freitag, 9.9.2011

 

Um 7 Uhr haben Andreas, Susu, Susanne und ich Bayreuth mit dem Vereinsbus verlassen.

 

Anfangs war es noch sehr frisch und regnerisch, doch je südlicher wir fuhren, desto schöner wurde es. Kurz nach der Schweizer Grenze machten wir einen Mittagsstopp an der Autobahn.

 

In Annecy war es dann so richtig sommerlich warm, v.a . im Bus ohne Klimaanlage. Da wir eine Stunde vor Öffnung der Jugendherberge ankamen, sind wir erst einmal zum nahegelegenen Strand gegangen und haben im Annecy-See erfrischt.

Zurück in der Jugendherberge haben wir unsere Zimmer (Zweibettzimmer für Andreas zur Einzelnutzung) und Vierbettzimmer für die drei Mädels. Susu und Susanne hatten schon eine leckere Gemüsesauce vorbereitet und kochten dann noch Nudeln in der Jungendherbergsküche. Wir ließen uns das Essen auf der Terrasse der Jungendherberge mit herrlichem Ausblick auf See und Berge sowie Alpenglühen schmecken.

Samstag, 10.9.2011

 

Bei strahlendem Sonnenschein begann nach einer guten Nacht und einem guten Frühstück die Stadtführung durch Annecy. Die Stadtführerin (eine Italienerin, die Deutsch, Englisch und Italienisch spricht) kennt Ihre Stadt in und auswändig und führte unsere kleine Vierergruppe in Ecken, die ein wenig abseits der Touristenpfade liegen. Sie zeigte uns wie Annecys Altstadt vor der Renovierung vor 50 Jahren aussah, denn an einer Stelle kann man das noch nachvollziehen. Wir sehen die verschiedenen Kanäle Thiou und Vassé mit dem glasklaren Wasser, die teils auch unter Gebäuden durchfließen und sehr sauber sind. Zweimal im Jahr werden die Kanäle trocken gelegt und mit Hochdruckreinigern gesäubert. Früher waren diese Kanäle schiffbar und man sieht noch einige Wassertüren: Türen, an denen man direkt mit dem Boot anlegen konnte. Diese Türen gibt es auch in Venedig. Aus diesem Grund wird Annecy auch das “Venedig der Alpen” genannt. Die Mühlen, die früher von diversen Handwerkern genutzt wurden, sind verschwunden. Durch malerische Gassen gehen wir dann zur Burg und genießen den herrlichen Blick auf den See und die Altstadt. Man kann an den Dächern gut erkennen, wo sich die Altstadt erstreckt und wo früher die Stadtmauer verlaufen ist. Annecys Altstadt hat oft gebrannt, denn früher wurde mit sehr viel Holz gebaut. Auch heute ist Feuer ein Problem, da große Feuerwehrautos nicht durch die verwinkelten Gassen fahren können.

Zum Schluss besuchen wir das Palais de l’Ile. Eine Insel, in der natürlichen Form eines Schiffs, auf dem ein Gebäude steht, welches früher als Justizpalast und Gefängnis, später auch als Seniorenheim diente. Wir sehen die Zellen und die Holzplatte, auf der die Senioren schliefen. Die Holzplatte ist schräg, denn man wollte früher nie flach schlafen, da man befürchtete zu sterben, wenn der Oberkörper nicht leicht nach oben gebettet ist.

 

Nach der Stadtführung gingen wir in ein Einkaufszentrum und kauften für unser Abend- und Mittagessen ein. Zum Mittagessen picknickten wir im Park “Garten Europas” direkt am See. In diesem europäischen Park gibt es Bäume aus vielen Ländern, wie z.B. auch einen chinesischen Ginkgo-Baum.

 

Als nächstes stand die einstündige Bootsfahrt auf dem See auf dem Programm. Bootsfahrt und Stadtführung waren für uns ja im Rahmen der Städtepartnerschaft umsonst. Das Ausflugsboot war bei diesem Wetter proppevoll, aber wir sahen schöne Ecken und erfuhren viel. Es war auch schiffsmäßig viel los auf dem See. Dieser See ist der meist befahrene See Frankreichs, der am stärksten bebaute See Frankreichs, aber auch einer der saubersten Seen Europas. Dies auch dank des Schilfs, das nun geschützt wird, für Insekten, Vögel und Fische wichtig ist und das Wasser filtert. Das Trinkwasser dieser Gegend kommt aus dem See, wird gefiltert und nur noch gering chemich aufbereitet bevor es in die Haushalte fließt. Aber auch in der Stadt und in Parks kann man sich an Trinkwasserstellen immer wieder Wasserflaschen auffüllen.

 

Im Anschluss fuhren wir nach Aix-les-Bains zum Abholen unserer Startunterlagen. Es wurden gerade zwei unterschiedliche Kinder-Triathlons veranstaltet. Parallel zu jedem Erwachsenen-Triathlon werden in Frankreich auch immer Triathlons für Kinder veranstaltet.

 

Auch einen Teamkollegen der deutsch-französischen Staffel trafen wir dort und fuhren dann zurück zur Jugendherberge, wo uns Susanne, Susu und Andreas ein leckeres Gericht zauberten (Nudeln mit Lachs-Gemüse-Sauce), während Laurent (Staffelläufer) und ich für den Abwasch zuständig waren.

Sonntag, 11.09.2011

zum Vergrößern anklicken ...
zum Vergrößern anklicken ...

Triathlontag: Susu absolvierte heute ihren ersten Triathlon und nach anfänglicher Nervosität war sie nach dem Wettkampf sehr begeistert. Es wurde ein “Entdeckertriathlon” mit 400 m Schwimmen, 13 km Radfahren und 3 km Laufen angeboten. Es gab drei Startgruppen, wobei der Startschuss in Abstand von 3 Minuten erfolgte. Susu startete um 10h03 in der zweiten Startgruppe und wurde von uns so gut wie möglich angefeuert. Sie hat sich tapfer geschlagen und vielleicht ein wenig Blut geleckt.


Morgens war das Wetter auch noch einmalig, dann zog es ein wenig zu.

Um 13 Uhr startete die Kurzdistanz in einer einzigen Startgruppe. Wir durften unseren Neo anziehen, da dieser in Frankreich bis 24°C erlaubt ist und das Wasser sich von morgen 22°C auf 23,6°C aufgeheizt hatte. Beim Einchecken gab’s eine kleine Besonderheit. Man muss seine Startnummer mit drei Sicherheitsnadeln befestigen, mit nur zweien kann man nicht in die Wechselzone. Andreas hatte drei Nadeln und ich bekam von einem Franzosen noch eine geschenkt.


Um 13h10 starteten dann die Staffeln und holten die langsamen Schwimmer teilweise wieder ein. Nach dem Schwimmen im etwas welligen See ging es auf die Laufstrecke, erst am See entlang, dann zwei Runden im welligen Hinterland. Zurück ging es dann wieder auf dem Radweg an der Straße, wobei die Autos an den Kreisverkehren angehalten wurden und teilweise schon etwas sauer wurden, da sich lange Rückstaus bildeten. Aber die Straße gehörte uns! Die Laufstrecke à 2 Runden war dann teils schattig (schattige Straße am Bach und an der Uferpromenade unter Plantanen) und teils sonnig. Inzwischen ging Wind und es sah nach Gewitter aus, aber es passierte bis auf ein paar Tröpfchen nichts. Andreas durfte als Gesamtfünfter mit aufs Podium und wir warteten noch auf die Tombola.

 

Nachdem wir noch etwas mit den französischen Staffelteilnehmern getrunken hatten, fuhren wir zurück nach Annecy, schmissen uns in Schale und gingen zur Feier des Tages in einem Restaurant essen und ließen uns ein dreigängiges Menü munden.

Montag, 12.9.2011


Nach dem Frühstück verabschieden wir uns von Andreas, der die Rückfahrt nach Deutschland über die Schweiz per Rad antritt. Er will von hier in 2  1/2 Tagen nach Tübingen fahren.

Andreas nimmt die Rückfahrt per Rad nach Deutschland in Angriff
Andreas nimmt die Rückfahrt per Rad nach Deutschland in Angriff

Wir drei Mädels verbrachten den Tag dann nicht mehr so sportlich. Wir waren noch einmal in der Altstadt und haben ein leckeres Mittagessen in einem hübschen Restaurant zu uns genommen. Am Nachmittag fuhren wir die Radstecke des Annecy-Triathlons ab, allerdings mit dem Bus. Diese Radstrecke ist alles andere als flach und man hat sehr schöne Ausblicke.

Danach waren wir noch in einem schön gepflegten Strandbad. Dieses steht nach der Saison, d.h. nach dem 31. August allen Sonnen- und Badehungrigen kostenlos zur Verfügung.

 

Abends gab’s dann wieder leckeres, knoblauchhaltiges Essen, liebevoll von Susanne und Susu zubereitet.

Dienstag, 13.9.2011


Heute war der Tag der Abreise. Ich als Frühaufsteherin (zumindest im Vergleich zu den beiden anderen) habe mich morgens früh aus dem Zimmer geschlichen und schon begonnen, die Räder in den Bus zu laden (sie standen in der Radgarage der Jugendherberge). Damit wir auch früh weg kommen, denn der Weg nach BT ist weit. Den Busschlüssel stecke ich mir in meine Short und er muss dann irgendwann beim Verladen und Bücken (zum Befestigen der Räder) aus der Hosentasche gefallen sein, was ich nicht bemerkte. Der Bus sperrt sich ja immer automatisch selbst ab. Tja, und so war’s dann. Der Bus war zu und der Schlüssel lag im Bus.

 

Wir haben beim ADAC angerufen und es wurde uns gleich mitgeteilt, dass sie nicht versichern können, ob ein Fahrzeug mit Zentralverriegelung so einfach geöffnet werden kann. Eventuell schafft man das nicht. Man riet uns, eventuell eine Scheibe einzuschlagen. Die finanzielle Hilfe vom ADAC beträgt in diesem Fall 120 Euro. Beim Anruf bei Renault Assistance erfuhren wir, dass alleine für die Anfahrt einer Pannenhilfe 120 Euro berechnet werden. Dazu kommt der Stundenlohn, je nachdem wie lange die Reparatur dauert.


Wir haben dann lange überlegt, was wir machen sollen und haben nach einem Anruf im Hallenbad dann entschlossen, die bereits defekte und verklebte Seitenscheibe einzuschlagen. Wir haben dann noch nach dem passenden Werkzeug gesucht. Die Jugendherbergsmitarbeiter waren absolut super und hilfsbereit und haben uns mit Werkzeugen und Tüchern versorgt. Man muss schon mit voller Wucht auf die Scheibe schlagen, damit sie kaputt geht und dann zerbirst das Verbundsglas in Millionen kleine Stücke. Susu schaffte es, mit ihrem Teleskop-Arm den Autoschlüssel aus dem Kofferraum zu fischen. Danach waren wir dann noch lange mit dem Aufsaugen und Aufkehren der Glassplitter beschäftigt. Die haben sich wirklich in alle Himmelsrichtungen verteilt. Der Herbergsvater war super. Er hat uns aus einer Schrankrückwand ein provisorisches “Fenster” zurecht geschnitten und fest geklebt. Das war dann schon sehr solide. Er hat uns auch noch eine Folie auf der Außenseite angeklebt, als Regenschutz, falls das Wetter vom strahlenden Sonnenschein in Frankreich zum Schmuddelwetter in Deutschland mutieren sollte. Mit gut zweistündiger Verspätung sind wir dann aufgebrochen. Den Plastikregenschutz mussten wir bald abmachen, weil er sich selbständig gemacht hätte.