Deutsche Meisterschaften der Kurzbahn-Berlin die Mannschaft kommt wieder

Nach einigen Jahren Abstinenz gelang es dem SV Bayreuth wieder eine Herren Staffel zu den deutschen Meisterschaften zu schicken. Nach einer nur knappen Qualifikation der 4x50m Freistilstaffel zur Bayerischen Kurzbahnmeisterschaften zwei Wochen im Vorfeld zur Deutschen Kurzbahnmeisterschaft im neuen Hallenbad in Nürnberg, ging es am Donnerstag, dem 17.11.2016 für Max Deichsel, Chris Argauer, Flo Müller und Marc Birkle samt Trainer nach Berlin.

Die geplante Abfahrt musste jedoch dank der Deutschen Bahn um eine Stunde nach hinten verschoben werden. Aus wie so oft ungeklärten Umständen kam kein Zug. Dies bedeutete das Flo in der Weltstadt Pegnitz festsaß. Somit musste die Position zwei der Staffel am Pegnitzer Hauptbahnhof, ein Bauwerk von großem Architektonischen Wert im Vergleich zum Hauptstadtbahnhof in Berlin, mit dem Bus abgeholt werden.

Nachdem dann endlich vollzählig waren konnte das Team in die Bundeshauptstadt aufbrechen. Bedingt durch die Zeitverzögerung und schlechter Laune einer Mitfahrerin im Bus, musste die Trainerin in irgendeinem Vorort-Slum in Berlin ausgesetzt werden und sich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Schwimmhalle kämpfen.

Demnach wurde ein Treffpunkt am SSE, dem Austragungsort der diesjährigen Kurzbahnmeisterschaften vereinbart.So war es dann auch, dass der Coach sich trotz heftigster Grabkämpfe in Berlin schneller als der Teambus das SSE erreichte. Nachdem unsere Validierung abgeholt war und wir uns dem Hauptthema dieser Reise widmen konnten, sprich dem Schwimmen, war es an der Zeit sich für die am Freitag anstehende Staffel einzuschwimmen.

Dieser Tagesordnungspunkt verlief weitestgehend nach normaler Prozedur ohne größere Zwischenfälle außer der Kenntnisnahme, dass sich im gleichen Becken der amtierende 200m Brustweltmeister auf seinen 100m Bruststart vorbereitet, was unseren Brustschwimmer aus Pegnitz ganz aus dem Konzept brachte.

Nach guten Sprintzeiten und gelungen Wechseln traf sich die Staffel noch zu einer Teambuilding Maßnahme und verfolgte den restlichen Finalabschnitt, der von Marco Kochs nationalen 100m Brustrekord gekrönt wurde. Nachdem das Spektakel in der Berliner Schwimmhalle beendet worden war, stand der Weg mit der Tram zum Alexanderplatz an.

Die Mannschaft musste im dortigen Park-Inn die erste Nacht in Berlin verbringen, da das allseits geschätzte Andels gegenüber der Schwimmhalle das Budget des Vereins sprengte. Der Check in im Hotel wurde dann jedoch zu einem einmaligen Erlebnis für die Mannschaft. Der Dame am Schalter fiel sofort Flo Müller ins Auge, der ihr auf erstem Blick und auch bei genauerer Hinsicht nicht wie volljährig aussah. Aus diesem Grund verlangte die Rezeptionistin eine Reisegenehmigung der Eltern, die natürlich nicht im Besitz von den betreuenden Personen war. Damit die Mannschaft jedoch auf Flo mit ins Hotel nehmen durften, musste aus Pegnitz eine Kopie des Personalausweises seiner Mutter angefordert werden. Soweit so gut, dachten alle. Das erstellen und versenden dieser Kopie stellte sich als große Hürde heraus und machte Flo im Laufe des Abends noch sichtlich nervös.

Nach dem auch diese bürokratische Hürde gemeistert war, stand nur noch ein Abendessen bei unserem Lieblingsitaliener um die Ecke am roten Rathaus an. Man muss sagen ein sehr gastfreundliches und gutes Restaurant, man lernte im Laufe des Berlinaufenthaltes auch das Gegenteil kennen, dazu aber zu einem späteren Zeitpunkt näheres.

Zum Abschluss des Abends stand noch ein Besuch im Burger King am Alexander Platz an, was wie sich herausstellen sollte zu einem der sehr unterhaltsamen Besuch entwickeln sollte. Wusstet ihr schon, das in Berlin ab 20 Uhr abends selbst Fast-Food-Ketten ihren eigenen Türsteher besitzen?

Wie dem auch sei, jedenfalls, wurde Max darauf angesprochen, dass seine Hose etwas niedrig sitzt. Auf sehr interessante Art wurde er darauf hingewiesen, dass der tiefe Sitz seiner Hose nicht dem Dresscode des Ladens entsprach. Der Türsteher erklärte es ihm wie folgt: „Würden Sie bitte ihre Hose nach oben ziehen oder ihren Rücken verdecken, denn stellen sie sich mal Sie würden jetzt hier etwas Essen, wollten Sie dann auch sowas sehen? Wir sind doch nicht bei den Maurern.“

Definitiv eine wunderbare Aufforderung eines Türstehers, der wahrscheinliche davon träumt im P1 in München zu stehen an Stelle des Burger Kings Berlin Mitte. Anderseits, muss man die Sicht des Möchtegern-Türstehers auch verstehen. Das Bauarbeiter Dekolleté von Max Deichsel ist vielleicht nicht attraktiv genug um es im Burger King der Bundeshauptstadt zu präsentieren.

Nachdem sämtliche Belustigung abgeklungen war und sämtliche Bürokratie in dem Fall Florian Müller erledigt worden war, trat die Mannschaft den Weg in das Nachtquartier an. Nach noch reichlich Diskussionen konstruktiver Natur über politische Themen jeglicher Art wurde Nachtruhe anberaumt, denn am kommenden Tag dem Freitag stand ja da noch ein Staffelstart auf dem Programm. Auf alle Fälle der sportliche Höhepunkt der Reise.

Dazu mussten wir bereits um 0700 vom Park-Inn aufbrechen. Dies geschah alles in normaler Wettkampfroutine, dann eine Deutsche Meisterschaft ist ja letzten Endes auch ein Schwimmwettkampf, der nach einheitlicher Routine angegangen werden muss.

So lief alles nach Plan mit Einschwimmen, usw.
 Dann stand der Staffelstart mit dem Startschwimmer Marc-Oliver Birkle, dem Superman Florian Müller, dem eingebürgerten Franken aus der Oberpfalz Christoph Argauer und an letzter Position, Maximilian Deichsel, als Schlussschwimmer an.
 Mit Näherrücken des Starts merkte man sichtlich wie die Nervosität von Marc und Christoph zunahm, da sie schon viel früher als Flo und ich mit voller Wettkampfmontur bekleidet fertig für den Start waren.
 Flo Müller hatte sich zu Ziel gesetzt wieder die schnellste Split-Zeit in der Staffel hinzulegen, jedoch sollte ihm dies verwehrt bleiben, da sein Versuch in der Position des fliegenden eines Supermans ins Wasser einzutauchen sich eher negativ auf seine Endzeit auswirkte. Vielleicht dachte Flo auch er sei an diesem mit übermachtigen Kräften ausgestattet. Leider können Fotos von diesem sensationellen Staffelwechsel nicht mitgeliefert werden, da die geschossenen Bilder allesamt überbelichtet waren. Was wieder einmal den Schluss zulässt, dass Technik nicht jedermanns Sache ist, oder eben nicht Frauensache. Bessere Fotos entstanden dann erst wieder dann als der Hobbyfotograf seine 5kg Kollos Kamera wieder selbst in die Hand nehmen konnte. Das Fazit der Staffel, war das dass es hier und da einige Punkte gab mit der Trainer und Co Trainer nicht zufrieden waren. Auch die Staffelkollegen waren sich nach getaner Arbeit einig, dass es eine Vorstellung war, die einer Verbesserung bedarf und somit stand sofort Entschluss, dass auch im Sommer auf der langen Bahn Staffeln in Berlin an den Start gehen sollten, um dann deutlich besser abschneiden sollten als dies auf der Kurzbahn der Fall war. Der Ehrgeiz hatte alle gepackt.

Nach der kritischen Betrachtungsweise des Co Trainers war der Wettkampf beendet und der eigenfinanzierte Freizeitteil stand auf dem Programm.

Der restliche Aufenthalt war somit geprägt von den Besichtigungen sämtlicher Sehenswürdigkeiten Berlins, wie dem Besuch im Regierungsviertel, wo das Team die britische Premierministerin für einen kurzen Augenblick antreffen konnte, als sie in ihrem Regierungsfahrzeug an der Mannschaft vorbeifuhr.

Ebenso war ein Besuch an Unter den Linden auf dem Programm, mit dem Brandenburger Tor, der US-, französischen und britischer Botschaft als wichtiger Punkt. Das Highlight für Marc an dieser Tour war jedoch das Fotoshooting an der russischen Botschaft. Was der Rest der Mannschaft nicht alles auf sich nahm, damit der Haussegen im Kreml nicht schief hängt. Um sich kurz von den Strapazen des langen Fußmarsches zu erholen (Anmerkung: Schwimmer sind abgesehen vom Training recht faul) ging es zum Kaffee trinken ins Sony Center. Flo Müller, der durch frühere Berlin Aufenthalte mit Michael Schubert jedes Starbucks Kaffee in Berlin bereits kannte, konnte die restlichen Jungs problemlos ins Kaffee führen. Leider jedoch war Flo bisher nur im Sommer in Berlin, weshalb er sich für einen Lebkuchen Frappucino entschied. An den Geschmack des Getränks erinnert er sich immer noch sehr ungern.

Am Abend stand noch ein Besuch im Steakhaus an. Dabei stellte sich heraus, dass der Hobbyfotograf Max D. sich gleichzeitig noch als Restaurantkritiker entpuppte. Im Gegensatz zu Max schmeckte es dem Rest der Mannschaft. Man durfte während des Restaurantbesuches auch lernen wie ein Deutsch Russe in Berlin einen Burger bestellt, Achtung O-Ton Marc zur Bedienung: „ Ich gönn mir dann mal den Burger!“

Abends im Hotel angekommen, stellte zum erstaunen aller heraus, dass Mika zur Freude seiner Eltern eine ganze 300g Kinder Schoko-Bon-Tüte alleine vernichten konnte. Am Samstag ging es für alle noch zu einer Führung ins historische Berliner Olympiastadion, bevor es wieder hieß, back to normal oder ganz einfach zurück nach Bayreuth.

Aber eines steht fest das Team wird wiederkommen und sie werden schneller sein und das nicht nur als Staffel, sondern auch im Einzel.

To be continued on 15.-18.06.2017! Wenn’s dann heißt: Berlin! Berlin! Wir fahren nach Berlin!